
Wie versprochen kommt hier meine kleine Rezension des Buches DRI und HDR – Das perfekte Bild von Jürgen Kircher
Vorab jedoch ein kleiner Abschweif, wie ich auf das Buch und die Thematik als solches überhaupt gekommen bin.
Das Thema HDR bzw. DRI hat mich seit einem Foto-Exkurs auf einem Güterbahnhof mit Adrian sehr interessiert. Zu dem Zeitpunkt war ich einfach fasziniert, welch tolle Wirkung ein Motiv bekommen “kann”, wenn man eine mehr oder minder große Belichtungsreihe fotografiert und mittels eines PCs übereinander legt. Das Problem zu dem Zeitpunkt war jedoch für mich, dass es mit meiner alten Kamera (Olympus E-420) erstens wesentlich umständlicher war eine Belichtungsreihe zu erstellen und mal ganz davon ab, war es mir ohne Stativ eh nicht möglich etwas brauchbares auf meine Speicherkarte zu bekommen. Dementsprechend ist es mir auch nie gelungen ein geeignetes Bild (HDR) zu erstellen, ohne das es einfach grauselig aussah, denn der Bereich zwischen übertrieben und natürlich ist nur sehr schmal und die kleinsten Verwackler zwischen den einzelnen Belichtungen, macht ein Bild einfach unbrauchbar. Oft sieht man im Internet HDRs, bei denen man (ich muss es mal so sagen) Augenkrebs bekommt. Die Kontraste und Farben wurden ins unendliche hochgepushed und die Schärfe ist auch nicht die, welche sie sein sollte, da anscheinend kein Stativ verwendet wurde. Die Motive haben ihre eigentlich schöne Wirkung total verloren. All diese Gründe haben mich nach meinem Kamerawechsel (Canon 40D) dazu gebracht, mich auf die Suche nach einem geeigneten Fachbuch zu dieser Thematik HDR und DRI zu begeben. Da wären wir dann auch schon bei dem Buch 
Das Buch von Jürgen Kircher, befasst sich von der Theorie ausgehend, über die Planung eines Fotos bis hin zur digitalen Bildbearbeitung. Viele werden sagen: “och nöööö noch mehr Theorie bzw. Basiswissen zum Fotografieren ?!?”. Ich persönlich finde das gar nicht schlecht, denn viele Dinge sind oft bereits in Vergessenheit geraten oder man weiß es schlichtweg einfach noch nicht. Gut finde ich hier, dass der Auto sowohl auf den Vergleich einer Wahrnehmung der Kamera bzw. eines menschlichen Auges und auf die Wichtigkeit und Unterschiede von Lichtquellen eingeht. Diese beiden Aspekte spielen bei einem Foto eine nicht unwesentliche Rolle und von daher sollte man schon verstehen, worum es dabei geht.
Anschließend an die Fachtheorie, wird kurz und knapp auf die „notwendige“ Ausrüstung (Kamera,Objektiv,Stativ,PC,Software) eingegangen, welche im Ideal-Fall vorhanden sein sollten, um ein perfektes HDR/DRI zu erstellen. Pflicht ist dies jedoch bis auf ein paar Grundlegende Dinge nicht, denn nicht jeder hat das Geld oder die Lust dazu, sich Adobe Photoshop zu kaufen. Ich hingegen werde mir eher für den kleinen Geldbeutel, Photomatix anschaffen. Und genau hier liegt meiner Meinung nach bereits das erste „Problem“. Das Buch geht bis auf ein Beispiel (Photomatix), nur auf Photoshop CS3 ein, welches mal davon ganz abgesehen, bereits veraltet ist. Genau dies sollte auch explizit auf dem Cover gekennzeichnet sein.
Schade finde ich auch, dass erst auf die Planung vor der Aufnahme (Ortsbesichtigung,Licht,Wetter, Perspektive bzw. Ort etc.) , welche natürlich nicht unwichtig ist, eingegangen wird und im anschließenden erst der Unterschied zwischen HDR und DRI erläutert wird. Hier fände ich eine andere Reihenfolge passender.
In den weiteren Kapiteln geht es dann ans Eingemachte! Zu mehreren Szenarien (Indoor/Outdoor) werden die Belichtungsreihen bis hin zum HDR/DRI (auch Panorame-HDR) bearbeitet und laden auch mit Hilfe der beiliegenden DVD zum selber ausprobieren ein. Dies ist wirklich sehr gut und ausführlich gemacht und festigt das angelesene Fachwissen.
Fazit: Das Buch von Jürgen Kircher liest sich natürlich nicht so leicht wie ein Roman, aber es geht ja auch um Wichtigeres
Für Anfänger sind einige Erkenntnisse zum Thema HDR/DRI zu erhaschen, jedoch bereits ein Semi-Profi im Bereich HDR/DRI wird hier vermutlich nichts neues finden und den Spaß am Lesen somit verlieren. Für mich war es genau das richtige, auch wenn ich sagen muss, dass ich mir das Thema im Bereich der Theorie vorher wesentlich komplexer vorgestellt habe und dies auch dementsprechend vergeblich gesucht habe. Die Praxis kann man aber auch nur durch Trial&Error bekommen und alles andere kann man super mit dem Buch umsetzen!